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Warum gibt es Notfallverbünde?

 

Der Brand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar 2004 sowie der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln 2009 sind vielen noch im Gedächtnis. Aber schon zuvor und auch danach waren und sind Kultureinrichtungen - Archive, Bibliotheken und Museen - latent gefährdet.

Bisweilen sind die potentiellen Gefahren bekannt, etwa wenn eine Einrichtung in einem überschwemmungsgefährdeten Gebiet liegt. Oft kommen Gefahren aber auch von ganz unvermuteter Seite, wie etwa das Beispiel Köln gezeigt hat.

 

Gerade der Einsturz des Kölner Stadtarchivs belegte sehr eindrücklich, in welchem Ausmaß Kultureinrichtungen auf die Hilfe von außen angewiesen sind, um die Folgen eines massiven, ja existenzbedrohenden Schadens zu beherrschen und insbesondere die langfristigen Schäden an dem verwahrten Kulturgut zu minimieren. Dies gilt natürlich vor allem für die zahlreichen mittelgroßen und kleineren Archive, Bibliotheken und Museen, deren Personalbestand oft gerade einmal ausreicht, um den regulären Dienstbetrieb einigermaßen aufrechtzuerhalten. Im Fall eines akuten, großen Schadens im eigenen Haus, der es nötig macht, innerhalb kürzester Zeit große Teile der in dieser Einrichtung verwahrten Kulturgüter zu evakuieren bzw. brand- oder wassergeschädigte Objekte zu bergen und zu sichern, sind sie heillos überfordert.

 

Auf dem Hintergrund dieser Erfahrungen und Überlegungen entstanden in mehreren deutschen Städten und Regionen in den letzten Jahren lokale bzw. regionale Notfallverbünde, in denen sich dort ansässige Kultureinrichtungen zusammenschlossen.

 

Was macht ein Notfallverbund?

 

Wie man aus der Bezeichnung "Notfallverbund" bereits erahnen kann, "verbünden" sich die darin zusammengeschlossenen Einrichtungen in dem Fall, dass eine von ihnen einen massiven Schaden, also z.B. eine Überschwemmung oder einen Brand, erleidet, und leisten der betroffenen Einrichtung Hilfe.

 

Am Beginn jedes Notfallverbunds steht in der Regel eine Vereinbarung, die alle rechtlichen Aspekte klärt. Mit der Unterzeichnung der Vereinbarung wird der Notfallverbund gegründet.

Den Text der Augsburger Notfallvereinbarung, der am 3. März 2015 unterzeichnet wurde, finden Sie hier.

 

Aber die Tätigkeit eines Notfallverbunds setzt nicht erst mit dem Eintreten eines Notfalls ein. Mindestens ebenso wichtig sind z.B. die gemeinsamen Bemühungen um die Notfallprävention und die in Kooperation mit der örtlichen Feuerwehr durchgeführten regelmäßigen Notfallübungen, um die Abläufe für den Notfall zu trainieren und zu optimieren. Dahinter steht die Überlegung, zunächst mögliche Schäden durch präventive Maßnahmen zu vermeiden oder wenigstens zu minimieren. Welche enormen Kosten für die Restaurierung von geschädigtem Kulturgut aufzubringen sind, hat das Beispiel des Historischen Archivs der Stadt Köln eindrucksvoll gezeigt.

 

Braucht Augsburg einen Notfallverbund?

 

Diese Frage kann ganz klar und eindeutig bejaht werden. In Augsburg befinden sich zahlreiche Archive, Bibliotheken und Museen, die Kulturgüter nicht nur von lokaler und regionaler, sondern auch von nationaler und internationaler Bedeutung verwahren. Dieses kulturelle Erbe gilt es zu bewahren und vor Beschädigung und Verlust zu schützen. Notfallvorsorge und -planung sowie die gegenseitige Hilfe im Verbund in einem Notfall verstehen sich dabei als integrale Bestandteile eines allgemeinen und umfassenden Vorsorgekonzeptes im Rahmen des Kulturgutschutzes, der wiederum in zahlreichen nationalen und internationalen Rechtsnormen verankert ist.

 

Wir, die Mitglieder des Notfallverbunds Augsburg, tragen aktiv dazu bei, die zahlreichen hier vorhandenen Kulturgüter, die Fachleute und Interessierte aus aller Welt nach Augsburg locken, auf Dauer zu schützen!